Morning Briefing
16. März 2010 von Georg Holzer · 9 Kommentare
Guten Morgen, liebe Freunde der fröhlichen Techno-Berichterstattung!
Apple gegen Google
Das ist Brutalität! Branchenkenner gehen davon aus, dass die Kluft zwischen den ehemaligen Verbündeten (gegen Microsoft) immer größer wird. “So etwas habe ich in meinem Leben nicht gesehen”, zitiert die New York Times einen Apple-Angestellten. In Besprechungen werde Google als “Feind” dargestellt, der mit allen Mitteln bekämpft werden müsse. Zudem bekomme Google immer wieder verbale Schläge von höchster Stelle ab.
Grund für Apples Panik vor dem Internet-Riesen dürften dessen Anstrengungen am Markt der Smartphone-Betriebssysteme sein. Binnen eines Jahres hat sich Android zum veritablen iPhone-Konkurrenten gemausert. Und mit ChromeOS könnte man Apples Position am Tablet-Markt schnell schwächen.
So betrachtet ist die Patentklage Apples gegen HTC lediglich ein Stellvertreterkrieg.
Doch Larry & Sergej bekommen demnächst schon Unterstützung: XML-Erfinder TimBray wechselt von Sun zu Google, um an der weiteren Entwicklung von Android mitzuarbeiten. Einer der Beweggründe Brays: “Ich hasse das iPhone.”
Microsoft mixte
Ritchie “Blogfried” Pettauer ist in Las Vegas vor Ort und hat auf seinem Blog Datenschmutz eine gute Zusammenfassung vom ersten Tag der Mix. Vorgestellt wurden Silverlight 4 und eine Reihe von Werkzeugen zum Entwickeln von Air-ähnlichen Anwendungen für PC, Mac, Windows Phone 7 Series. Diese Werkzeuge sind allesamt kostenlos und stehen unter Silverlight.net zum Download zur Verfügung.
Einigen Nutzern am Campus in Redmond kann es in Bezug auf Windows Phone 7 nicht schnell genug gehen. Die vielen iPhone-Besitzer müssten ihr aktuelles Smartphone immer öfter verstecken, um keine Probleme bei Vorgesetzen zu bekommen, berichtet das Wallstreet Journal. Die “verbotene Frucht” scheint in Redmond weiter verbreitet, als angenommen. Im Vorjahr hätten demnach 10.000 verschiedene iPhones auf die firmeneigenen Mailserver zugegriffen. Das entspräche etwa 10 Prozent aller Microsofties.
Heute geht es um den neuen Internet Explorer und das Web an sich. Ab 17:00 Uhr (CET) findet die zweite Keynote statt. @webstandardat ist ebenfalls dabei und wird live twittern.
Trend des Tages: “iPad orders drop sharply” berichtete gestern Abend CNN. Schätzungsweise 150.000 gingen bislang über den virtuellen Ladentisch des Apple Stores. Gut möglich, dass es mehr gewesen wären, hätte Apple die Ladentüren gleich nach der Vorstellung geöffnet.
Tipps des Tages - gleich neun an der Zahl: 9 Killer Tips for Location-Based Marketing von Mashable.
Antwort des Tages: Nein. Von Twitter CEO Evan Williams auf die Frage, ob er in dennächsten zwei Jahren an Verkauf denke.
Gute Nachricht des Tages: Deutsche Bibliotheken wollen umfangreiche Datenbestände freigeben.
Schlechte Nachricht des Tages: Ein Poster auf Flickr verrät, dass es in Europa (mit Ausnahme von Spitzbergen) zumindest bis 2025 keine Sonnenfinsternis gibt.
Un-Person des Tages: US-Präsident Barack Obama spricht sich doch tatsächlich für ACTA aus!
Statistik des Tages: Facebook überholte laut Hitwise bei Website-Besuchen bereits Google.




Natürlich wird Evan Williams Twitter so schnell nicht verkaufen. Er hat vor dem Microblogging-Dienst ja schon den Blooging-Dienst Blogger (blogger.com, blogspot.com)(mit-)geschaffen, das dann an Google verkauft wurde. Er weiss schon, warum er dies strategisch mit Weitsicht nicht mehr so schnell macht. ;-)
Für näher Interessierte beteff Evan Williams und seine alte Unternehmung Pyra Labs. Diese waren schon recht in Ordnung.
http://www.blogger.com/about
Ad Google vs. Faceook, da sagt Alexa was anderes: http://grab.by/35wn
“Ein Nachteil von Alexa ist allerdings, dass nur die Informationen in die Bewertung der Websites einfließen, die durch die automatisierte Beobachtung der Nutzer der Symbolleiste gesammelt werden. Es handelt sich also um eine nicht repräsentative Stichprobe. Aufgrund der mangelhaften Stichprobe überschätzt Alexa die reale Reichweite bestimmter Webseiten um den Faktor 50; dies weist der Google-Forscher Norvig mit einer – allerdings ebenfalls stichprobenhaften – Analyse nach.”
- aus http://de.wikipedia.org/wiki/Alexa_Internet
Dazu sei gesagt, dass Alexa Amazon gehört und vor allem in Fachkreisen als nicht immer repräsentativ (z.B. siehe oben) gilt.
Klar.
Aber jetzt fragt sich halt wessen Daten da eher repräsentativ sind. Und Hitwise hat die Daten woher?
Ich hab mir zu der Hitwise Statistik auch hier (http://digitalaffairs.at/2010/03/16/facebook-ueberholt-google/) Gedanken gemacht. Sowohl Alexa als auch hitwise haben natürlich keine 100% zuverlässigen Daten, aber ich denke die Statistik zeigt einen eindeutigen Trend hin zu Facebook und Weg von Google als quasi zentrale Eingabezeile fürs Internet auf.
Die zukünftige Konfrontation heißt also Facebook vs. Google.
Damit ist FB schneller am Ziel angekommen als erwartet – war ja ihr Plan, Google zu konkurrenzieren als “Primär-Netz-Interface”; aber ich denke, der Trend wird vor allem von den US getrieben; wär interessant, da US/EU Vergleichszahlen zu haben!
.com vs .com
Ja. Das war absehbar. Facebook überholt Google. Schliesslich hat FB ja nicht vor langer Zeit auch den vormaligen Googlen Konkurrenten Yahoo überholt und sich auf die 2 platziert.
Umgekehrt hat auch Google Yahoo auch erst vor wenigen Jahren überholt – was aber dennoch im Web lang ist ;-) – aber: “web is fast.”
Google hat auch zu spät reagiert – da hilft Google Wave wenig.
aber: 2Think: Es wird aber auch nur Google als Google.com (eben jetzt nur Alexas No2) , nicht aber Google an sich – als auch youtube.com (Alexa: 4), blogspot.com (Alexa: 7), myspace.com (immerhin noch Alexas No 14)u.a. dazu gerechnet.
Auch sind die anderen Endungen (.de, etc.) laut Skizze nicht dabei- diese ist eben “.com vs .com” geprägt.